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19.02.2020 - Innung für Elektro- und Informationstechnik Main-Kinzig spricht 44 junge Gesellen frei

Hanau. „Unsere Zukunft ist elektrisch", sagte Walter Ebert. Und damit prognostizierte der Obermeister bei der Freisprechungsfeier der Innung für Elektro- und Informationstechnik Main-Kinzig jetzt dem Nachwuchs geradezu herausragende berufliche Perspektiven. 44 Auszubildende aus den heimischen Betrieben bekamen auf der Ronneburg in einem feierlichen Rahmen ihren Gesellenbrief überreicht. Mit einer Durchfallquote von „30 Prozent" zeigte sich Obermeister Ebert diesmal ausgesprochen zufrieden.

In den vergangenen Jahren waren in dem stetig anspruchsvoller werdenden Handwerkszweig nahezu die Hälfte aller Auszubildenden durchgerasselt. Der Jahrgangsbeste Stephan Bormann kommt in diesem Jahr aus Offenbach. Er absolvierte seine Ausbildung bei Elektro Knaak in Hanau und erreichte in seiner Gesellenprüfung mit 93 Prozent die Note eins. Den zweiten Platz belegte Daniel Aul (Elektro Dotzauer) aus Gelnhausen mit 90,5 Prozent und auf Platz drei folgte David Micelli (R+S solutions) aus Hanau mit 85,7 Prozent. Beide erhielten die Abschlussnote gut.

Glückwünsche sprachen den Absolventen neben Ebert der Vizepräsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Andreas Brieske, Landrat Thorsten Stolz, der Hanauer Stadtrat Günter Jochem sowie der Landtagsabgeordnete Max Schad aus. In ihren Grußworten betonten die Ehrengäste unisono die guten Perspektiven der Elektroniker, unterstrichen aber auch gleichzeitig die Notwendigkeit, sich durch ständiges Lernen auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten.

Um die künftigen Herausforderungen für das Elektrohandwerk drehte sich auch die Rede von Obermeister Walter Ebert. Normale Elektroinstallationen werden sich laut Ebert zu intelligenten Netzen entwickeln. In Zukunft werde es keine stabilisierenden Großkraftwerke mehr geben. „Stattdessen haben wir eine unzählige Anzahl an Erzeugern mit Photovoltaik, Windkraftanlagen, Biomassekraftwerken, Speichersystemen und vieles mehr." Um das alles unter einen Hut zu kriegen, brauche es viele Regelsysteme, die das alles im Griff behielten. Die künftige Energieerzeugung und Nutzung sei mit einem epochalen Umbruch und hohen Anforderungen an Gesellschaft, Industrie und letztlich auch das Handwerk verbunden, stellte Ebert in Aussicht. Für diese Anforderungen brauche es Fachkräfte, die den Wandel in Industrie und Gesellschaft mitsamt der Digitalisierung bewältigten.

Die Situation in der eigenen Branche bewertete Ebert mit Blick auf die Fachkräfteproblematik als noch „stabil". Er untermauerte seine These mit Zahlen aus der eigenen Innung im Main-Kinzig-Kreis. Wurden im Jahr 2002 noch 38 Prüfungsteilnehmer registriert, habe sich diese Zahl bis zum Jahr 2017 mit 74 jungen Menschen nahezu verdoppelt. Und dabei habe man trotz vieler Negativmeldungen im Durchschnitt mit einer Erfolgsquote von 75 Prozent ein beachtliches Ergebnis erzielt. Kritisch sieht Ebert jedoch die starke Abwanderung der jungen Facharbeiter aus dem Handwerk in die Industrie. Die jungen Leute würden mit „horrenden Lohnangeboten abgeworben und dies nicht selten von den Marktpartnern oder Kunden, die uns weit überzogene Stundenlöhne vorwerfen." Ebert schlug vor, Ablöseregeln wie im Fußball einzuführen. „Dann würden viele unsere Ausbildungsleistung erst wahrnehmen."

Ebert warb darüber hinaus für das Duale System, dessen Image im Keller sei. „Darunter leiden wir alle." Das Duale System sei keine Einbahnstraße. Dies sei ein Irrglauben, der vor allem bei vielen Schülern und deren Eltern vorherrsche. „Es ist durchlässig bis zum Generaldirektor. Der große Vorteil ist: Die Leute die erst eine Ausbildung absolvieren, zahlen schon in die Sozialkassen ein. Außerdem haben sie eine Vorstellung von der Praxis, von der Realität."

Ebert mahnte an, große Anstrengungen zu unternehmen, damit die Zahlen stabil blieben. „Zu meinen, handwerkliche Arbeit ist unzumutbar und erniedrigend, ist dekadent", fand der Obermeister deutliche Worte.

Im dualen Ausbildungssystem und besonders im Handwerk gingen in den nächsten Jahren all die Leute in Rente, die aufgrund Ihres Wissens und ihrer Erfahrung ausbilden könnten. Die Fachkräftesituation sei keine Pyramide mit einer breiten Basis. Vielmehr sei die Personaldecke extrem dünn. „Wenn wir zu lange mit dem Gegensteuern warten, dann wird es schiefgehen." Die immer noch sehr positive konjunkturelle Situation könne für die Wirtschaft langfristig ein Problem werden, prognostizierte der Obermeister: „Wenn alle immer glauben, dass es uns so gut geht, werden notwendige und gezielte Maßnahmen nicht vorgenommen. „Strukturänderungen müssten jedoch angegangen werden, so lange man die Finanzmittel dazu habe, so der Obermeister.

Freisprechungsfeier Elektro 2020 alle

Das sind die neuen Gesellen:

Sommerprüfung: Daniel Aul, Freigericht (Elektro Dotzauer, Gelnhausen), Eric Barthold, Bruchköbel (Externer Teilnehmer), Isa Beqiraj, Bruchköbel ( ETS Elektrotechnik, Bruchköbel), Stephan Bormann, Offenbach (Knaak, Hanau), Sandro di Carolo, Hanau (Seib, Hanau), Yannik Ebell, Hanau (Blum Hanau), Oliver Hohmann, Linsengericht (Anzinger Gründau), Dominic Huth, Freigericht (Neis, Linsengericht), Moritz Janik, Wächtersbach (Essel, Bad Soden-Salmünster), Felix Koch, Hammersbach (Busch, Hammersbach), Nico Kreitmair, Schöneck (SWE, Nidderau), Sebastian Kroll, Glauburg (EMR, Hammersbach), David Miceli, Freigericht (R+S solutions, Hanau), Patryk Parkitny, Wöllstadt (SWE, Nidderau), Sebastian Rieth, Biebergemünd (Neis, Linsengericht), David Romera Borges, Hanau (Lorenz Energie, Gründau), Maurizio Schweitzer, Langenselbold (Kotterba, Langenselbold), Niklas Steiner, Wächtersbach (Neis, Linsengericht), Arash Tatch, Hanau (Bettner & Ebert, Hanau), Jonas Wacker, Erlensee (Elektro Jung GmbH, Großkrotzenburg), Christian Wientzek, Schöneck (Schwarz, Schöneck).

Winterprüfung: Pouyan Alinaghi Semnani, Hanau (Blum, Hanau), Christof Conte, Schöneck (R+S solutions, Hanau), Antonio Costantino, Biebergemünd (Neis, Linsengericht), Alexander Dittrich, Bruchköbel (Pemsel, Bruchköbel), Filmon Haile Berihu, Bad Soden-Salmünster (Beisler, Bad Soden-Salmünster), Cem Hilaloglu, Karlstein am Main (Wernz, Erlensee), Lukas Kania, Bruchköbel (Martin Centner, Hanau), Robert Kirchner, Steinau (Bueti, Steinau), Michael Klemens, Wächtersbach (Frühwacht, Gelnhausen), Hendrik Klöffel, Bruchköbel (R+S solutions, Hanau), Philipp Lott, Limeshain (Busch, Hammersbach), Alexander Marsteller, Limeshain (Busch, Hammersbach), Sascha Martin, Maintal (R+S solutions, Hanau), Deny-Ralf Müller, Hanau (Brambach, Langenselbold), Manuel Müller, Erlensee (Schleucher, Neuberg), Arcangelo Perrone, Wächtersbach (Beisler, Bad Soden-Salmünster), Justin Pfeiffer, Gründau (Lorenz, Gründau), Max Rogaleski, Bruchköbel (Preiser, Bruchköbel), Robin Speck, Maintal (Gerth, Hanau), Patrick Stumpe, Gelnhausen (Anzinger, Gründau), Ahmed Tungüc, Linsengericht (Elektro Jung, Gründau), Marius Weitzel, Altenstadt (Neis, Linsengericht), Tim Wießner, Erlensee (R+S solutions, Hanau).


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