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23.01.2018 - Migranten in Arbeit: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und KH-Geschäftsführer Axel Hilfenhaus ziehen eine Zwischenbilanz

Hanau. Einige lösen mit einer Spachtel alte Tapeten von der Wand, andere wiederum ziehen Spachtelmasse auf einer Kelle über den rauen Untergrund und hinterlassen eine glatte Oberfläche. Es herrscht emsige Betriebsamkeit im Berufsbildungszentrum (BTZ) der Kreishandwerkerschaft in Hanau. Es ist ein ganz normaler Ausbildungstag für die etwa 15 jungen Männer aus Ländern wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan, die an dem Programm "Migranten in Arbeit" (MiA) teilnehmen und in der Übungswerkstatt der Maler im BTZ ihre handwerklichen Fertigkeiten schulen. Und doch ist dieser Morgen besonders: Denn zu Besuch sind Susanne Simmler, die erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs sowie die Bereichsleiterin Erwachsenenbildung der AQA, Sabine Farr-Bernges. Sie sind gekommen, um drei Jahre nach dem Start des Programms gemeinsam mit Axel Hilfenhaus, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hanau, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Frau Simmler ist die Initiatorin des Programms, das es seit Anfang 2015 gibt und vor allem Flüchtlinge und Asylbewerber an den deutschen Arbeitsmarkt heranführen soll. Die erste Kreisbeigeordnete hatte vor drei Jahren ein Kompetenzteam gegründet, zu dem neben dem Main-Kinzig-Kreis, das Kommunale Center für Arbeit (KCA), die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen/Schlüchtern, die AQA, die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Bildungspartner Main-Kinzig gehören. Das Ziel: Politik, Wirtschaft, Jobvermittler und Bildungseinrichtungen sollten gemeinsam Integrationsmaßnahmen anstoßen. Mittlerweile läuft die dritte Runde des Projekts. Richtete sich MiA zunächst an männliche Asylbewerber und Flüchtlinge, so gibt es seit 2016 das gleiche Programm auch für Frauen. Susanne Simmler und Axel Hilfenhaus sind sich einig: "Das Projekt hat sich bewährt und ist überaus sinnvoll". Vor allem weil der deutsche Arbeitsmarkt sonst kaum Instrumentarien biete, geflüchtet Menschen ohne Ausbildung zu integrieren. Simmler betont, dass die Adressaten nicht nur Flüchtlinge und Asylbewerber seien, sondern das Angebot generell für Menschen mit keiner oder nur geringer Ausbildung konzipiert worden sei. Die Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, meint Simmler. In den vergangenen zwei Jahren sind einige Absolventen des Programms in Arbeitsverhältnisse und Ausbildungsplätze vermittelt worden. "Deswegen wollen wir unbedingt daran festhalten", sagt Hilfenhaus. Denn gerade im Handwerk wird händeringend nach Nachwuchs und Facharbeitern gesucht.

Bei der AQA und der Kreishandwerkerschaft in Hanau können sich die Teilnehmer des MiA-Programms in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren. Das Programm dauert insgesamt neun Monate und ist explizit keine Ausbildung, es soll die zumeist jungen Menschen vielmehr dazu befähigen, eine Ausbildung beginnen zu können. "Hier erlernen sie vor allem handwerkliche Grundfähigkeiten", präzisiert Hilfenhaus. Ein wichtiger Bestandteil der Maßnahme sind die insgesamt drei- bis vierwöchigen Praktika, hierin können die Kontakte zu den Betrieben geknüpft und das Erlernte umgesetzt werden.

Begleitend zur praktischen Vermittlung liegt ein großer Schwerpunkt auf dem Erwerb der deutschen Sprache durch einen Sprachcouch an der Werkbank und separatem Deutschunterricht.

Die Teilnehmer sind sehr motiviert und zeigen großes Interesse, betont Hilfenhaus. Das liegt mit Sicherheit an der guten Auswahl der Teilnehmer durch das KCA und die AQA. Denn um an dieser sehr intensiven Maßnahme, die eine große Chance auf Integration bietet, teilnehmen zu können, müssen sich die Teilnehmer regelrecht bewerben und die nötigen Voraussetzungen mitbringen.


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Kreishandwerkerschaft Hanau
Martin-Luther-King-Str. 1
63452 Hanau

Telefon: 0 61 81- 80 91 0
Telefax: 0 61 81- 80 91 33
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