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13.10.2017 - Kampf gegen Schwarzarbeit angekündigt

Hanau. Die heimischen Handwerker können auch weiterhin mit Aufträgen der öffentlichen Hand rechnen. Beim Besuch der Kreisspitze im Sitz der Kreishandwerkerschaft Hanau kündigten Landrat Thorsten Stolz, die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Sammler sowie der Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Matthias Zach an, die Investitionen für Schulsanierungen in gleicher Höhe beizubehalten. In den vergangenen Jahren gab die Kreisverwaltung jährlich rund 20 Millionen Euro für die Schulen und deren Infrastruktur aus. Durch das zusätzliche Kommunale Investitionsprogramm II kommen aus Bundes- und Landesmitteln in den kommenden Jahren noch einmal 31 Millionen Euro hinzu. Dieses Geld soll ausschließlich für Schulbaumaßnahmen verwendet werden, erläuterte Zach.

Für Landrat Thorsten Stolz, der im Juni Erich Pipa an der Kreisspitze abgelöst hatte, war es eine Art Antrittsbesuch in Hanau. Er wurde zusammen mit Simmler und Zach von Kreishandwerksmeister Martin Gutmann sowie dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hanau, Axel Hilfenhaus, empfangen. An der Zusammenkunft nahm der Vorstand der Kreishandwerkerschaft Hanau und mit Kreishandwerksmeister Joachim Wagner und Geschäftsführer Klaus Zeller auch die Spitze, sowie der Vorstand der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern teil. Die Gesprächsrunden zwischen Handwerk und Politik haben bereits Tradition im Kreis und sollen auch unter Landrat Stolz fortgeführt werden.

Kreishandwerksmeister Martin Gutmann dankte der Kreisspitze ausdrücklich für deren Kampf gegen Schwarzarbeit und Lohndrückerei. „Es ist ein mühsames Geschäft, aber es muss jemand tun. Nur so ist den schwarzen Schafen beizukommen", sagte Gutmann. Susanne Simmler gab einen Einblick in die Maßnahmen, die der Kreis gegen die Schwarzarbeit ergreift. „Wir gehen allen Hinweisen nach, auch allen anonymen Hinweisen", berichtete sie. Der Kreis sei seit Jahren führend in dem Bereich. Die Zahl der Verfahren bewege sich aktuell etwa auf dem Stand der Vorjahre.

Zustimmung gab es seitens der Innungen auch für die Integrationsprojekte des Kreises. Das Programm „Migranten in Arbeit" (MiA) konnte seine Teilnehmerzahl binnen zweier Jahre verdreifachen. Nunmehr nehmen daran rund 60 Personen teil. „Wenn wir es auch weiterhin schaffen, die Teilnehmer von Migranten in Arbeit in eine Ausbildung und eine Festanstellung zu bringen, haben wir vielleicht einen Schlüssel zur Integration in den Arbeitsmarkt gefunden", sagte Susanne Simmler. Doch waren sich alle Teilnehmer der Gesprächsrunde auch darüber einig, dass die mangelnden Deutschkenntnisse von Flüchtlingen noch immer eine Hürde bei der Übernahme in eine Ausbildung oder eine Festanstellung bildeten. Simmler riet den Unternehmen in diesem Zusammenhang, die bestehenden staatlichen Fördermöglichkeiten im Bereich der Sprachkurse in Anspruch zu nehmen.

Profitieren können die heimischen Handwerker auch von einem neuen Förderprogramm, das der Kreis insbesondere im Ostkreis auflegen möchte und durch das die Ortskerne in den ländlichen Kommunen gestärkt werden sollen. „Wir wollen damit in den Bestand an Häusern und Grundstücken in der Ortsmitte investieren, als unbürokratische, schnelle Hilfe für junge Familien und alle anderen, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind", machte Stolz deutlich. Durch einen attraktiveren Wohnraum im Osten soll auch der Wohnungsdruck im Westkreis gesenkt werden, so die Idee des Kreises. Derzeit sei man dabei, die Kriterien auszuarbeiten. Sollte der Kreistag den Plänen in den anstehenden Haushaltsdebatten zustimmen, könnten schon ab dem kommenden Jahr kreiseigene Fördermittel in den ländlichen Raum fließen.

Matthias Zach kündigte mit Investitionen in den Straßenbau ein weiteres Programm an, das wiederum rein aus Kreismitteln finanziert werden soll. Auf drei Jahre angelegt, soll das Programm notwendige Straßenbaumaßnahmen schneller umsetzen helfen.

Informationsaustausch MKK 2017

Im Dialog: Die Kreisspitze mit den Vertreteren der beiden Kreishandwerkerschaften


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